Am 19. September 2018 erschien mein neues Buch Zeitenwende in der Weltpolitik. Mehr Verantwortung in ungewissen Zeiten beim Herder Verlag.

 

Warum ich dieses Buch geschrieben habe:

Seit meiner frühen Jugend bin ich politisch aktiv. Politik ist mein Leben und wird es immer bleiben. Ich stelle fest: Unsere Welt verändert sich dramatisch. Ich glaube, wir Deutschen unterschätzen die Gefahren, die von diesem Wandel ausgehen. Es war mir ein Herzensanliegen dieses Buch zu schreiben, die Gefahren zu skizzieren, Lösungen anzubieten und meine Meinungen deutlich zu machen. Ich habe drei großartige Töchter. Ich will, dass sie in Frieden aufwachsen und leben. Ich will, dass sie frei und selbstbestimmt ihren Platz in dieser Welt finden. Das war die Hauptmotivation für dieses Buch.

 

Worum geht es?

Alles, was seit Jahrzehnten verlässlich und sicher erschien, ändert sich in rasantem Tempo: Die USA fühlen sich nicht mehr für die Sicherheit in Europa verantwortlich. Die europäische Einigung ist nicht mehr selbstverständlich. China arbeitet sich in immer mehr Bereichen an die Weltspitze und Russland kehrt als internationaler Akteur zurück. Erneut dreht sich die Spirale der Aufrüstung und des nuklearen Wettrüstens. Wie bewahrt man in einer unsicheren Welt, was wichtig ist? — Europas Einigung und seine internationale Bedeutung hängen zentral von der Frage ab, wie sich Deutschland dazu verhält.

 

Deutschland steht vor zahlreichen Herausforderungen in einem neuen Zeitalter. Wir befinden uns in einer Epoche, in der die Grundfesten der (west-)deutschen Nachkriegsordnung massiv infrage gestellt werden:

  • Innenpolitisch angesichts eines Parteiensystems im Umbruch, in dem die prägenden Volksparteien SPD und Union dramatisch an Zustimmung und politischer Bindungskraft verlieren.
  • Wirtschaftlich angesichts eines furiosen technologischen Wandels, der sich mit einer nie gekannten Dynamik vollzieht. Das Megathema Künstliche Intelligenz und die Neuerfindung des Autos durch Elektromobilität und autonomes Fahren haben für zusätzliche Beschleunigung gesorgt. Die Konsequenzen für den Industriestandort Deutschland, zumal für seine Vorzeigebranche Fahrzeugbau und den gesamten Automotive-Bereich, lassen sich kaum abschätzen.
  • Geostrategisch angesichts einer Weltordnung in Unordnung mit zunehmenden Kriegen und Konflikten auch in Europas Nachbarschaft. Gleichzeitig ist offen, wie die Europäische Union und das transatlantische Bündnis, ja der Westen überhaupt, als Eckpfeiler deutscher Außenpolitik, die jeweiligen Sinnkrisen überwinden sollen.
  • Sozial angesichts von Zuwanderung und demografischem Wandel. Vor allem aber angesichts einer Arbeitsgesellschaft, die sich rasant verändert und das Verständnis von Bildung und Berufstätigkeit vor neue Herausforderungen stellt. Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung etwa gehen davon aus, dass perspektivisch nicht weniger als 25 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland automatisierbar sind. Das Szenario, dass in naher Zukunft Roboter Roboter-Autos bauen, ist längst keine Science Fiction mehr.

 

Die großen Fragen nach Deutschlands Zukunft, nach seiner gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Perspektive und nach seinem Platz in der Welt bleiben in fahrlässiger Weise unbeantwortet. Die Zentralmacht Europas ist orientierungslos. Wie werden die Historiker unsere Zeit beschreiben? Als den Beginn eines neuen chinesischen Zeitalters und den selbst verschuldeten Ausstieg Europas aus der Weltgeschichte? Die Antworten werden wir mit unserem Handeln in den kommenden Jahren liefern. Und auf die Antworten von uns Deutschen wird es dabei insbesondere ankommen.

 

Wie finden es andere?

„Sigmar Gabriel wird mit der eigenen Partei mächtig Ärger bekommen.“

Wolfgang Kubicki

 

„Gabriels Nachdenken über eine neue Weltordnung ist vor allem ein flammender Appell für mehr europäische Zusammenarbeit, mehr europäisches Selbstbewusstsein in der Welt.“

NDR

 

Er hätte noch etwas Zeit im Spitzenamt gebraucht. Denn dieser Mann hatte noch viel vor mit Deutschland und Europa. Jetzt hat er seine Ideen nicht in Politik umgesetzt, sondern – fürs erste – in ein Buch gefasst.

Focus Online

 

„Das Buch ist leicht lesbar in verständlicher Sprache. Keine intransparente Fachterminologie, keine großen Bandwurmsätze hindern an flotter Lektüre.“

Werner Weidenfeld, Politikforscher

 

Meine 20 Lieblingssätze aus dem Buch:

  1. Wir befinden uns in einer Phase des Übergangs und sollten uns mehr damit beschäftigen, selbst Einfluss auf die Gestaltung dieses Übergangs zu nehmen. Sonst werden wir von anderen gestaltet.
  2. Die Welt und damit auch Europa und Deutschland sind in Bewegung geraten. Noch ist unklar wohin sie uns führen wird.
  3. Mit Trump werden die USA vom Architekten und Garanten der liberalen Weltordnung zu deren Abrissunternehmen. Aus diesem Land kommt jetzt der Anführer der Konterrevolution gegen eben diesen liberalen Multilateralismus.
  4. Wer die Lage in Europa nüchtern analysiert, wird schnell merken: Es sind nicht neuer Nationalismus und Populismus, die Europa bedrohen, sondern unsere eigene Unfähigkeit, angemessene Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu geben.
  5. So gesehen ist der Aufstieg des Rechtspopulismus eine späte Revolte gegen einen Neoliberalismus, der als übersteigert und gefährlich für die Gemeinschaft wahrgenommen wird.
  6. Wir haben lernen müssen, dass es in jeder noch so aufgeklärten Gesellschaft schlafende Dämonen gibt, die wir geweckt haben.
  7. Wir brauchen mehr internationale Zusammenarbeit, mehr europäische Zusammenarbeit. Nur so werden wir das zentrale Versprechen der Sozialdemokratie wieder einlösen, nämlich den Kapitalismus zu zähmen und soziale und auf Solidarität ausgerichtete Marktwirtschaften zu erzeugen.
  8. Wor stehen an einer Wegscheide, wie sie die Welt nur alle paar Jahrhunderte erlebt. Es liegt an uns, ob wir die Zukunft einfach als Schicksal betrachten und uns in der Zwischenzeit in kleienen internen Meinungsverschiedenheiten aufreiben.
  9. Im Weißen Haus wird Außenpolitik als Transaktion betrachtet, bei der für die Leistung eine unmittelbare Gegenleistung gefordert wird – sonst droht der Boykott.
  10. „Trump-Bashing“ ist das Einfachste. DieWahrheit ist jedoch: Wir können nicht mit Trump, aber auch nicht ohne die USA.
  11. Europa war schon einmal Teil des Problems der Weltsicherheit. Es muss jetzt mehr als bisher Teil der Lösung werden. Das gelingt nur geeint. Scheitert unser Kontinent als Gemeinschaft, droht er wieder Teil des Problems zu werden.
  12. Aufgabe deutscher Außen- und Europapolitik muss es sein, nach Anknüpfungspunkten für eine erneute Zusammenarbeit mit Russland zu suchen.
  13. Der gegenwärtigen Diskussion um Russland fehlt die intellektuelle Tiefe. Sie verzettelt sich zum Unverständnis weiter Teile der deutschen Bevölkerung in einer Lagerbildung zwischen „Russland-Kritikern“ und „Russland-Verstehern“, die sich im Wesentlichen über Einzelaspekte wie Sanktionen in die Haare geraten. Wichtig ist, sich an die Tugend der Empathie zu erinnern: die Fähigkeit, sich in die Schuhe des anderen zu stellen, um dessen Sicht der Dinge zu verstehen.
  14. Wenn man die westliche Idee von Universalität der Freiheit, Menschenrechten und Demokratie aufrechthalten will, muss man in der Tat diesen Horizont chinesischer Entwicklung ernst nehmen und nach verbinden und trennenden Elementen suchen. Erst dann wird man eine eigene Strategie entwickeln können. An der fehlt es derzeit vollständig.
  15. In Zukunft wird es voraussichtlich immer schwieriger, an China „vorbeizuarbeiten“. Noch bestehen die Möglichkeiten für eine gute Zusammenarbeit. Deutschland sollte diese Chancen nutzen.
  16. Fest steht. Die europäische Zukunft wird bei Weitem nicht nur von der Bewältigung ihrer inneren Spannungen bestimmt. Die äußeren Herausforderungen sind allerdings nur mit einem stärkeren und geeinten Europa zu meistern. Von beidem sind wir derzeit ein gutes Stück entfernt.
  17. In Europa investieren, in Bildung, Forschung und Entwicklung in die moderne digitale Infrastruktur, in Wachstum und Arbeitsplätze – das wäre ein Beitrag Deutschlands für Europa, der sich sehen lassen könnte und aufhorchen ließe in unseren Nachbarstaaten.
  18. Europa muss seine Rolle in der Welt offensiv wahrnehmen, sich globale Gestaltungskraft zutrauen und seine Werte behaupten. Die europäische Politik sollte sich zu mehr Verantwortungs- und Risikokultur wandeln.
  19. Wenn Europa weiterhin eine zivile Großmacht bleiben will, muss es sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammenraufen.
  20. Deutschland ist in den letzten Jahren ein Sehnsuchtsort geworden für Menschen aus aller Herren Länder. Das sollte uns zuerst einmal freuen – angesichts einer Geschichte, die diesen Glücksfall, Sehnsuchtsort für Millionen Menschen zu werden, nicht geplant hatte.

 

Reinlesen

Auf Zeit Online gibt es eine ausführliche Leseprobe zu meinem Buch. Einfach hier reinlesen.

 

Bestellen

Ihr könnt mein Buch hier bei Amzon bestellen, hier beim Herder-Verlag und natürlich bei Eurer lokalen Buchhandlung!

 

Mitdiskutieren

Auch im Jahr 2019 werde ich mein Buch bei vielen Lesungen in Deutschland vorstellen und allen Gästen diskutieren.

Einen Eindruck von den zurückliegenden Veranstaltungen findet sich in der Rubrik „Vergangene“. Die für 2019 bereits feststehenden Termine finden Sie in der Rubrik „Kommende“. Über Änderungen bzw. Ergänzungen informieren wir laufend:

 

 

Ich freue mich sehr darüber, von SPD-Abgeordneten und von Parteigliederungen immer wieder zu Veranstaltungen in ganz Deutschland eingeladen zu werden. Wenn es mein Terminkalender erlaubt, folge ich diesen Einladungen wirklich gerne und spreche vor Ort mit den Genossinnen und Genossen über die Dinge, die sie bewegen. Man lernt dort, aber das ist keine neue Erkenntnis, viel mehr über die „wahren“ Themen, Probleme und Sorgen als im Berliner Politik-Alltag.

 

Meine bereits für 2019 feststehenden Termine finden Sie in der Rubrik „Kommende“. Einen Überblick über die Termine aus dem Jahr 2018 und 2019 verschaffen Sie sich in der Rubrik „Vergangene“.

 

Kommende Termine