Mein Besuch des Jüdischen Friedhofs Weißensee am 20.04.18

Gewalt gegen jüdische Bürger (oder solche, die man dafür hält), Drohungen, Anschläge auf jüdische Einrichtungen und Friedhöfe und nun auch noch Nazi-Aufmärsche zum „Geburtstag des Führers“: das darf nicht den Alltag unseres Landes prägen. Und die das tun, sind keine Patrioten, sondern Verbrecher und eine Schande für unser Land.

Wer sehen will, dass das Judentum zu Deutschland gehörte und wieder gehört, der kann das auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee tun. Beeindruckend Zeugnisse dort für wirklichen Patriotismus und tiefe menschliche Verwurzelung in unserem Land. Nur eine Generation fehlt: die in Auschwitz und andernorts Ermordeten.

Foto: Maurice Weis

Ich war an diesem 20. April zusammen mit Rabbiner Teichtal in Weißensee. Wir haben die Gräber der jüdischen Familienangehörigen meiner Tochter Saskia besucht.

Foto: Maurice Weiss

Anschließend haben wir jene Stolpersteine vor dem Wohnhaus von Selma und Hugo Asch besichtigt, die an die einzige Familiengeneration erinnern, deren Grab nicht in Weißensee, sondern in Auschwitz zu finden ist.

Friedhof muss im Hebräischen nicht ‚Haus der Gräber‘, sondern auch ‚Haus des Lebens‘ heißen. Es hängt davon ab, welche der beiden Übersetzungen in Deutschland zutrifft: Haus des Lebens wäre wunderbar.